Kleine Kalmitschleife

Zurück in der Haardt, um die Schleifentriologie Kalmit zu vollenden und den höchsten Berg des Pfälzerwald zu erklimmen. Der gerade einmal fünf Kilometer lange Rundwanderweg ist die vielleicht edelste Form eines Nachmittagsspaziergangs! Der Gipfel gewährt überwältigende Ausblicke in die Rheinebene, die Hütte des Pfälzerwaldverein verköstigt die „Bergsteiger“ mit deftiger pfälzer Küche oder Kaffee und Kuchen. Absolutes Highlight ist das Hüttenberger Felsenmeer. Traumhafte Pfade runden die Tour ab, die nach Lust und Laune verlängert werden kann. Außerdem liegt ein Ritterstein direkt auf der Strecke, zwei weitere sehr nahe daran. – Eine Wanderung der Marke Eigenbau.

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Goldener Herbst und perfektes Wanderwetter!

12004272Es stehen wahlweise zwei Wanderparkplätze unterhalb der Kalmit für den Einstieg bereit, die beide ab St. Martin/ Maikammer über die Totenkopfstraße, bzw. die L514 erreicht werden. Wir stellen unser Auto auf dem Parkplatz Hahnenschritt, nördlich des Gipfel ab und folgen dem Logo des Pfälzer Weinsteig Richtung Kalmit. Die Nähe zur Landstraße ist das einzige, feststellbare Manko. Da sie oberhalb aber erfreulicherweise kaum befahren ist, wird die Geräuschkulisse nicht vergiftet. Der Anstieg, anfänglich noch moderat, steigert sich zum Gipfel hin kontinuierlich und führt final über steile Treppen und vorbei am Weltkriegsdenkmal der Ortsgruppe Maikammer, direkt zu Füßen der Ludwigshafener Hütte.

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Denkmal für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Pfälzerwaldvereinsmitglieder der Ortsgruppe Maikammer.

Die >Hütte des Pfälzerwaldverein hat aktuell Mittwochs und am Wochenende von 10.30 Uhr bis 17 Uhr geöffnet, im Sommer auch Donners- und Freitags. Den Gipfel der Kalmit krönt der einzige Turm im Art-Deco-Stil im gesamten Pfälzerwald. Ende der Goldenen Zwanziger Jahre als Aussichtsturm erbaut, ist er heute der Öffentlichkeit leider unzugänglich und bewohnt. Konnte man durch ihn damals noch zum Hunsrück und zu den Vogesen blicken, ist die Sicht heute trotz der 673 Meter, dem höchsten Punkt im Pfälzerwald, in eine einzige Richtung begrenzt. Nämlich zur Rheinebene und den Odenwald im Osten. Was den Besucherandrang aber keineswegs verringert: ganze Völkerscharen pilgern regelmäßig auf den Gipfel.

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Blick von der Kalmit.

Logo PWV7,2Wir genießen unser Kaltgetränk auf der Terasse und lassen uns die Sonne noch etwas auf den Bauch scheinen, ehe wir zum Hüttenberg absteigen, dem südwestlichen Ausläufer der Kalmit. Vor erreichen des Felsenmeers wechseln wir zur Markierung weissgrün, die mitten durch das Trümmerfeld führt: das Ergebnis Jahrhunderte andauernder Frostsprengungen. Wasser, das sich zwischen den Kanten sammelte und gefror, zerteilte das ehemals zusammenhängende Buntsandsteinmassiv in mehrere Felsplatten, die sich heute über den gesamten Gipfelkamm verteilen und ein eindrucksvolles Mahnmal der Naturgewalten abgeben.

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Tolle Trümmerlandschaft auf dem Hüttenberg.

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Im Felsenmeer auf dem Hüttenberg.

Ein seltener Anblick, auch für mich, der beeindruckt und lange im Gedächtnis bleibt. Wir folgen dem schmalen Pfad durch die rießigen Felsblöcke und engen Spalten und verlassen das Sandsteinspektakel schließlich über schönen Pfad Richtung Schutzhütte. Der Unterstand gewährt ein letztes Mal den Blick zur Rheinebene, der dem vorangegangenen aber logischerweise nicht das Wasser reichen kann. Es geht weiter bergab zum Wanderparkplatz Hüttenhohl, der westlich der Kalmit liegt und in unmittelbarer Nähe zur Ruine einer ehemaligen römischen Wachstube. Hier steht, wo L514 und L515 aufeinander treffen, Ritterstein Nr. 239 mit Namen Hüttenhohl – Ruine Alte Hütte.

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Merke: Wanderwege die man nicht als solche erkennt, sind meist die besten!

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Merke: Auch die schönste Wegstrecke geht irgendwann zu Ende. Leider.

Logo PWV2Hier wechseln wir zum zweiten und letzten Mal die Markierung auf blauweiss, die uns zurück zum Auto bringt und das immer parallel zur Landstraße, rechts über unseren Köpfen. Anfänglich über Waldautobahn und später erneut über tollen Pfad, der zum Parkplatz hin, noch einmal bergan führt. Allerdings sind die in Summe 290 Höhenmeter kaum der Rede wert, lediglich der Anstieg zur Kalmit bringt den Schweiß zum perlen. Wir erreichen nach gemütlichen anderthalb Stunden und exzessivem Fotografieren wieder unseren Ausgangspunkt und vollenden eine der schönsten Kurzrunden in der Haardt.

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Schutzhütte zwischen Felsenmeer und Hüttenhohl.

Fazit: Eine kurze aber lohnenswerte Rundwanderung, die auf ihren fünf Kilometern Wegstrecke doch allerhand zu bieten hat. Auf diese Distanz ist Verpflegung unnötig, wer sich an die lückenlosen Markierungen hält und nicht ausreißt, kann sich unmöglich verlaufen. Ideal für den Nachmittag geeignet! In der Ludwigshafener Hütte kann zünftig und herzhaft eingekehrt werden oder man wählt ein Stück der vielen selbstgebackenen Kuchen: toll. Die Kalmit, als höchster Berg des Pfälzerwald, ist Pflichtprogramm für jeden Pfalzwanderer, das Felsenmeer steht den mächtigen Buntsandsteinmassiven des Dahner Felsenland in nichts nach. Absolute Wanderempfehlung.

Bleibt wandern!

Euer Patrick Scheller

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Verbindungsweg von Hahnenschritt zur Hohen Loog.

Varianten: Für alle die nicht in der Nähe wohnen und eine Anreise auf sich nehmen müssen, kann die Schleife um eine oder zwei ergänzt werden. So lässt sich die Kalmitrunde wahlweise zur Halbtages- oder Ganztagestour ausbauen. Die Halbtagesvariante kommt auf 16 Kilo- und 1090 Höhenmeter und wird durch Hohe Loog, Hambacher Schloss und Bergstein ergänzt. Die Ganztagesvariante bringt es auf 20,5 Kilometer und stolze 1380 Meter An- und Abstieg und hängt die Schleife zum Nollenkopf mit an. Die Karte und alternativen Parkmöglichkeiten könnt ihr weiter unten der Übersicht entnehmen. Die Wegbeschreibung beider zusätzlichen Wegstrecken findet ihr im Beitrag >Nollenkopf-Doppelschleife, den ich am 01.11.2018 veröffentlicht habe.

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Mittelalterliche Inschriften in der „Höhle Bürgermeisterstein“.

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Ritterstein Nr. 240 – Höhle Bürgermeisterstein

Tipp: Ganz nahe zur Strecke stehen zwei weitere Steinmarken, die mit minimalem Aufwand gesammelt werden können. Ausgehend vom Wanderparkplatz Hahnenschritt, zweigt parallel zur Weinsteigvariante, ein kürzerer breiter Waldweg zur Hohe-Loog-Hütte ab (ausgeschildert). Hier steht etwa 150m nach dem Parkplatz Ritterstein Nr. 240, mit Namen Höhle Bürgermeisterstein – Mittelalter Hausmarken. Direkt an der Straßennarbe der L514, die man ja sowieso wieder hinunter in den Ort fahren muss, steht rechterhand kurz nach dem Wanderparkplatz Wetzbrunnen, Ritterstein Nr. 243 mit Namen Wetzbrunnen. (Achtung: keine Ausbuchtung vorhanden. Also Vorsicht beim Anhalten!) – Beide Steine habe ich euch in meiner Karte vermerkt.

 

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ÜBERSICHT

Ort: 67487 Maikammer

Parkplatz: Hahnenschritt oder Hüttenhohl (beide über Totenkopfstraße/L514)

Länge: 5 Kilometer

An- und Abstieg: 290 Höhenmeter

Karte: Oberhaardt von Neustadt a.d.W. bis zum Queichtal (Blatt 6 Landesvermessungsamt -1:25000)

Karte Kleine Kalmitschleife

HALBTAGESTOUR mit Hohe Loog und Hambacher Schloss

Parkplatz: Hahnenschritt oder Hüttenhohl (beide über Totenkopfstraße/L514)

Länge: 16 Kilometer

An- und Abstieg: 1090 Höhenmeter

GANZTAGESTOUR mit Hohe Loog, Hambacher Schloss und Nollenkopf

Parkplatz: alternativ „Am Nollen“ (über Straße Am Nollen in Neustadt-Hambach)

Länge: 20,5 Kilometer

An- und Abstieg: 1380 Höhenmeter

Karte Schleifentriologie Kalmit

 

 

 

 

 

4 Gedanken zu “Kleine Kalmitschleife

  1. samojedenerlebnisse schreibt:

    Hallo Patrick, das weckt Erinnerungen! Ich bin bei eisigem Wetter im Felsenmeer unterwegs gewesen. Herrliche Einsamkeit, nur ich und der Hund…naja, zumindest bis zur Kalmit 😉 Tja, aber damals hab ja noch keine Rittersteine gesammelt. Dann werd ich wohl demnächst wieder hin „müssen“ 😉
    Liebe Grüße,
    Andrea

    Gefällt 1 Person

    • Patrick Scheller schreibt:

      Guten Morgen Andrea. Siehst du, hab ich dir mit den Rittersteinen wieder einen Grund gegeben. Da geht man doch auch gerne zweimal hin oder?! 😉 Haben gestern die kompletten 20,5km abgefrühstückt, mit der Schloss- und Nollenkopfschleife. Was eigtl. schon letzte Woche geplant war. Wollten eigtl. in der Hohen Loog essen, aber da haben sie sich fast totgetreten. Innen wie draußen. Vermutlich auch dem Kaiserwetter geschuldet. Sind dann weiter zur Kalmit, die normalerweise ja auch völlig überlaufen ist, hatten aber echtes Glück. Fast niemand da. Kennst du bestimmt auch anders. Und zu deinem Trost: Hab, als ich das erste mal hier war, auch wieder einen Ritterstein übersehen. Liebe Grüße in den Südwesten,
      Pat

      Gefällt 1 Person

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