Nothweilerer Vier-Burgen-Tour

(Neue Wegbeschreibung!) Der Klassiker im grenzüberschreitenden Wasgau! Die elf Kilometer lange Rundwanderung führt bei fast vierhundert Metern An- und Abstieg über die elsässische Grenze, zu Frankreichs meistbesuchter Ruine und vorbei am Kletterhotspot Langenfels. Zwei weitere elsässische und die höchste Burg der Pfalz vervollständigen die Tour und garantieren überwältigende Ausblicke in den Wasgau und die Nordvogesen. Mit dem Gimbelhof und der Gastronomie am Fleckenstein liegen zudem zwei tolle Einkehrmöglichkeiten auf der Strecke.

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Blick zum Litschhof.

Logo Grenzgängerweg.jpgDie Wanderung startet auf dem Wanderparkplatz von Nothweiler: ein idyllisches kleines Dorf direkt an der elsässischen Grenze und dem Dahner Felsenland zugehörig. Zudem regionale Anlaufstelle für alle Fans von Flammkuchen! Ich folge der Markierung des >Grenzgängerweg (7,5km langer Premiumweg) rechts von der Weide ins Tal hinein und gelange so nach einiger Zeit zum malerisch gelegenen Litschhof: ein Bauernhof der sich umgeben von Wiesen direkt unterhalb der Wegelnburg befindet: wunderschön!

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Blick nahe Gimbelhof zum Fleckenstein.

Kreis 2Hier nehme ich den Teerweg, der vom Hof wegführt und treffe innerhalb kürzester Zeit westlich und in Sichtweite zur Schutzhütte Col du Litschhof auf ein Wegekreuz. Ich folge dem blauen Kreis zum nahegelegenen Abenteuerspielplatz oberhalb des angrenzenden >Gimbelhof. Die elsässische Hotelgaststätte ist beliebter Bikertreffpunkt und bietet vom Biergarten aus einen phänomenalen Ausblick zur westlich gelegenen Burg Fleckenstein. Ein breiter Weg führt über die Viehweiden und folgt später der Flanke des Schlossberg zur ersten Ruine.

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Am Langenfels.

Logo PWV21.jpgÜber die Markierung rotweissrot erreiche ich den >Fleckenstein: nach der Hohkönigsburg (= intakt) die meistbesuchte Burg Frankreichs. Als Ruine einsamer Rekord! Die Anlage nimmt einen monumentalen Felsen ein und war einmal das Machtzentrum der Herren von Fleckenstein: ein  bedeutendes Adelsgeschlecht, das über weite Teile des deutschen und elsässischen Wasgau herrschte und bis zur französischen Revolution existierte. Die Burg kann gegen Entgeld besichtigt werden, im Souveniershop können Wanderkarten des Club Vosgien, Postkarten, Kalender, Bücher und vieles mehr erstanden werden.

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Am Burgfelsen Löwensteins.

logo-felsenland-sagenwegIm Restaurent kann nach der Besichtigung eine Rast vor dem folgenden Anstieg eingelegt werden, das kleine Museum ist speziell auf Kinder ausgerichtet und bespaßt die Kleinen mit interaktiven Ausstellungen und Spielen. Ich setze die Runde über die Markierung des Felsenland Sagenweg Richtung Langenfels fort, die mir bis nach Nothweiler erhalten bleibt. Der Felsen schält sich ganz in der Nähe unübersehbar aus den Baumkronen heraus und lässt einen, wenn es trocken und warm ist, mit einhundertprozentiger Wahrscheinlichkeit Kletterern zuschauen, die hier auch ihre Schüler anlernen. Hart am Felsen vorbei, führt ein steiler Felsenpfad nun zur nächsten Wegspinne auf dem Schlossberg.

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Vorderes Plateau Burg Löwensteins.

Ich folge dem ansteigenden der beiden nach rechts abzweigenden Wege und gelange nach einiger Zeit zum Fuße der Ruine Löwenstein, die nur noch durch eingemeißelte Treppenstufen, die Zisterne und winzige Mauerwerkreste als Burg identifiziert werden kann: das Resultat eines vernichtenden Feldzuges gegen den Burgherrn Lindenschmitt, der der Raubritterei schuldig gesprochen wurde. 1386 wurde die Burg so zur Ruine, die dafür heute als Aussichtsfelsen den zweifelsfrei schönsten Ausblick ins Elsass bietet. Die zwei beieinander stehenden Felsen werden über Holzleitern erstiegen, eine winzige Brücke überspannt den Kamin im Südfelsen und führt zum vorderen Aussichtsplateau: spektakulär!

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Blick von Löwenstein auf Burg Fleckenstein. (Zoom)

Nordwestlich und ganz in der Nähe stehen die Reste der Ruine Hohenburg. Sie ist die deutlich besser erhaltene Burg und teilweise rekonstruiert. Erwähnenswert sind das Renaissanceportal der Kernburg und das erhaltene Rondell der Vorburg. Wer vorm äußeren Burgtor steht und nach links schaut, erblickt das perfekt erhaltene Wappenschild der Sickinger. Walther von der Vogelweide soll hier einige Zeit gelebt haben! Vom Bergfried kann der nächste, grandiose Ausblick genossen werden, der an das Gefühl auf Burg Löwenstein aber nicht heranreicht. Ich verlasse die Ruine und gelange innerhalb kürzester Zeit zur Wegspinne Kaiser-Wilhelm-Stein mit Schutzhütte, die den Schlussanstieg zur letzten Burg markiert.

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Ruine Hohenburg.

Wieder auf  deutscher Seite geht es nun zum letzten Mal bergauf, vorbei an einem namenlosen Buntsandsteinmassiv und schließlich zum Felsen der höchstgelenen Burg auf pfälzer Boden, die von Süden kommend an ein Schiff oder Uboot erinnert. Die Reichsfeste Wegelnburg ist in stattlichen Teilen erhalten und nimmt ein neunzig Meter langes Sandsteinriff in Beschlag. Durch mehrere Tore gelangt man zum Felsen der Oberburg, mit großer Kammer im Innern und den Resten der gerade einmal acht Meter breiten Kernburg. In ~571 Metern Höhe erlebt man hier einen der schönsten Ausblicke in den Wasgau: eines der meistfotografierten Motive im Dahner Felsenland, das lange in Erinnerung bleibt.

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Auf dem Weg zur Wegelnburg.

Im Wissen, dass man ab hier nur noch bergab geht und in weniger als einer Stunde nach Nothweiler zurückkehrt, darf man sich hier ruhig ausruhen und diesen einmaligen Anblick voll auskosten. Der Abstieg hält keine Überraschungen mehr bereit, könnte aber ohnehin unmöglich das eben Erlebte toppen. Breite Waldautobahn trägt mich stetig hinab und mündet später in den ausgedehnten Wiesen westlich von Nothweiler. Der Weg durch den Ort und zurück zum Auto, führt an zwei tollen Einkehrmöglichkeiten vorbei, die sich für einen gelungenen Abschluss eignen. Vom Biergarten oder der Terasse schaut man zur eben besichtigten Wegelnburg zurück, die direkt über dem Ort thront.

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Ruine Wegelnburg.

Fazit: Eine Wanderung, die mit mehreren grandiosen Traumaussichten gesegnet ist und länderübergreifend zu vier sehr sehenswerten Burgen führt. Der hohe Forstweganteil nervt ein wenig, allerdings macht der Felsenpfad am Langenfels einiges wieder gut. Es gilt im Grunde nur einen einzigen wirklichen Anstieg zu überwinden, der sich dafür ab Fleckenstein bis zur Wegelnburg erstreckt, aber niemanden vor Herausforderungen stellt, der ein Mindestmaß an Kondition mitbringt. Der Gimbelhof und das Cafe am Fleckenstein bieten ausreichend Einkehrmöglichkeiten, eine Karte ist sofern man auf dem beschriebenen Weg bleibt, überflüssig. Wer hier nicht gerade mitten unter der Woche wandert, wird sich besonders um den touristisch erschlossenen Fleckenstein mit Horden von Ausflüglern abfinden müssen! Trotzdem: absolute Wanderempfehlung.

Bleibt wandern!

Patrick Scheller

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Traumaussicht von der Wegelnburg.

Tipp: Wer mag, kann ebenso gut im Ortskern beginnen und die Wanderung durch den Großteil des >Grenzgängerweg verlängern. D.h. man läuft vom Wanderparkplatz die wenigen Meter zurück ins Zentrum und folgt dort wieder der Markierung des Grenzgängerweg nach Osten, nimmt das Besucherbergwerk Nothweilers mit (>St. Anna Stollen = Ritterstein!) und ersteigt den Kappelstein mit Traumblick zur gegenüberliegenden Wegeln- und Hohenburg. Nach dem Abstieg gelangt man automatisch zur Wegspinne Col du Litschhof, ab der man geradeaus wie in der Beschreibung, die Strecke über den blauen Kreis zum Gimbelhof fortsetzt. Die Route wird so auf ca. 16 Kilometer und 650 Höhenmeter ausgedehnt.

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Zurück in Nothweiler.

 

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ÜBERSICHT

Ort: 76891 Nothweiler

Parkplatz: auf dem Wanderparkplatz (Im Ortskern die schmale Straße links von Vetters Scheune nehmen!)

Länge: 11 Kilometer

An- und Abstieg: ~ 400 Höhenmeter

Karte: Westlicher Wasgau mit Dahn (Blatt 7 Landesvermessungsamt – 1:25000)

Karte Nothweiler Vierburgentour

3 Gedanken zu “Nothweilerer Vier-Burgen-Tour

  1. samojedenerlebnisse schreibt:

    Vor einigen Jahren hab ich mich da grandios verlaufen…Die Wegelnburg mit ihrer herrlichen Aussicht habe ich aber in bester Erinnerung 🙂 Wird Zeit mal wieder hinzuwandern.
    LG Andrea

    Gefällt 1 Person

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