Hohle Felsen- & Burg Neudahn-Tour

Zurück in der Heimat und im Epizentrum des Dahner Felsenlandes, vor den Stadttoren Dahns. Zwei Lokalwanderhighlights verbinden sich zu einer 16km langen Halbtagestour, die postkartenreife Felsformationen und mehrere Seen aneinander reiht. Tolle Pfade, Traumaussichten und das stille Moosbachtal runden die Wanderung ab, die mit der Dahner Hütte des Pfälzerwaldverein auch eine Einkehrmöglichkeit bereit hält. Für die Kulturler liegt eine der spannendsten und besterhaltenen Ruinen auf der Strecke, für Sammler auch zwei Rittersteine.

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Ruine Neudahn.

schilder_0215Start und Ziel ist der Wanderparkplatz Moosbachtal, der zwischen dem Campingplatz am Neudahner Weiher und der PWV-Hütte liegt. Eine Schautafel mit Karte verschafft einen Überblick über das üppige Wanderwegenetz in der näheren Umgebung. Ich entscheide mich, die Runde im Uhrzeigersinn zu gehen und folge der Markierung der Hohle Felsen-Tour vom Weiher weg und treffe innerhalb weniger Augenblicke auf die Burg Neudahn-Tour: ein 5,3km langer Rundweg mit roter Markierung und meine nördliche Wegschlaufe heute.

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Der Hexenpilz.

350 Höhenmeter müssen bewältigt werden, die sich im Grunde auf zwei herzhafte Anstiege beschränken. Den Anfang macht ein Pfad, der mich zügig zum Neudahner Weiher und dem Campingplatz führt. Ich treffe auf die Bahntrasse und biege rechts ab, bevor erneut Pfad bergan zum Felsentor führt: ein größeres Massiv mit Durchbruch unterhalb der Ruine. Ein felsiger Hohlweg führt danach mit erheblicher Steigung zur Burg Neudahn, die ausgiebig begutachtet werden will. Einzigartig ist ihr keilförmiges Bollwerk, sehenswert sind Details wie Brillen- und Maulschießscharten. Durch den Treppenturm gelangt man in die Kammern mit Rippengewölbe und auf die gewaltigen Zwillingsbatterietürme.

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Der Satansbrocken.

Der Anfang ist gemacht! In Burgnähe steigt für kurze Zeit der Geräuschpegel etwas an, was der Nähe zur Landstraße geschuldet ist. Ich folge der Markierung durch herrlichen Mischwald zu den nächsten beiden Wegpunkten. Der Hexenpilz ist einer von über einem Dutzend Pilz- und Tischfelsen in der Region und steht auf einer Linie mit der dahinter liegenden, ausladenden Felswand: toll. Sein Nachbar, Satansbrocken genannt, steht nur wenige Meter entfernt weiter südlich. Ab hier fällt der Weg deutlich ab und führt mich zum Elwetritschfels, der die beste Aussicht des Tages bereit hält. (Nicht verpassen: von der Bank aus bis zum vorderen Felsvorsprung gehen!)

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Ausblick vom Elwetritschfels.

schilder_0215Ich steige in Kehren ins Moosbachtal ab und treffe unterhalb des Felsens sogleich auf die Markierung der Hohle Felsen-Tour, der ich von nun an 10,6km folge: meine südwestliche Wegschlaufe! Die folgende Dahner Hütte des Pfälzerwaldverein (>Wanderhütte im Schneiderfeld) hat wie alle anderen auch, Mittwochs und am Wochenende geöffnet und bietet leckere, herzhafte Kost zu äußerst fairen Preisen. Sofern man noch einen Platz bekommt: als Wegpunkt von sage und schreibe elf Fern-/Premium- und Lokalwanderwegen ist die Hütte ein wahrer Magnet für Wanderer und Mountainbiker. Wem die Einkehr noch zu früh ist, kann die Hütte auch nach der Tour ab Parkplatz innerhalb von 500m erreichen.

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Im Langental.

Ich schiebe meine Rast nach hinten und folge der weissroten Markierung tiefer ins angrenzende Langental hinein. Schon kurze Zeit später weht mir der würzige Duft einer weitläufigen Rinderweide in die Nase: eine Mischung aus üppigen Gräsern und dampfenden Kuhfladen. Almfeeling kommt auf und ich liebe es! Das weite Tal kommt herrlich unaufgeregt daher und erstaunlicherweise treffe ich nach der Hütte keine einzige Menschenseele mehr. Ich bewege mich Richtung Hohle Felsen und befinde mich in absoluter Ruhe und Abgeschiedenheit. Und das am Wochenende: grandios! Ich verlasse das Idyll über einen ansteigenden Traumpfad, der mich über die Flanke des Edersberg zum ersten Ritterstein führt.

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Ritterstein Nr. 203.

Ritterstein Nr. 203Am Mückenplätzel ist ein Wegweiser der besonderen Art und markiert zugleich den Schlussanstieg zur Formation Hohle Felsen: ein monumentales Buntsandsteinmassiv auf dem Kleinen Mückenkopf, das sich über mehrere hundert Meter Länge erstreckt und rießige Überhänge, Bienenwabenmuster und Felssäulen aufweist. Spektakulär! Die frohe Botschaft: der höchste Punkt ist hiermit erreicht. Von nun an geht es stetig bergab. Gewaltige Findlinge, die Felsabgängen geschuldet sind, säumen meinen weiteren Weg, der mich hinunter zur Moosbachquelle und dem zweiten Ritterstein führt.

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Nur ein Bruchteil der Hohlen Felsen.

Wie aus dem Nichts sprudelt das kristallklare Wasser des Moosbach aus seiner Quelle und begibt sich auf seine sechseinhalb Kilometer lange Reise durchs Moosbachtal, speist mehrere Weiher und ist Lebensspender des ein Quadratkilometer großen Naturschutzgebietes, bevor er sich mit der (Wies-)Lauter vereinigt und später in den Rhein mündet: ganz großes Kino! Der in der Nähe stehende Ritterstein Nr. 205 mit Namen Moosbachquelle erklärt sich von selbst und verleiht dem Ort seine angemessene Bedeutung. Oberhalb des Flüsschen führt nun ein Forstweg an kleineren Weihern vorbei, bis zum letzten großen Highlight.

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An den Hohlen Felsen.

Der Seerosenweiher ist der letzte Wegpunkt auf der Strecke und ein wahrer Augenöffner. Mehrere Bänke laden hier zum Verweilen ein. Nahezu die gesamte Wasseroberfläche ist mit Seerosen bedeckt, die wiederum eine Vielzahl von Libellen anlocken. Das Wasser teilen sich mehrere Froschkolonien und Wildenten: der perfekte Ort zum Verschnaufen und Abschalten. Während die ersten Dreiviertel des Weges schon mächtig gegen so manchen Premiumweg anstinken, fällt die Qualität nach dem Seerosenweiher doch deutlich ab. Bis zwei Kilometer vor Schluss bin ich nun auf Forstweg unterwegs, ehe Pfad die letzten Kilometer zurück zum Auto führt. Auch wenn die Umgebung ausgesprochen schön bleibt, keine Frage!

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Am Seerosenweiher.

Fazit: Zwei Lokalwanderwege, die vereint Halbtageswanderspaß der besonderes Art bieten. Ich bin schon schlechtere Premiumwege gegangen! Die Markierungen sind prägnant und lückenlos, eine Karte ist für jeden der auf dem Weg bleibt überflüssig. Eine tolle Mischung von Wald, Wiese, See, Burg und Fels: was willst du mehr?! Die Pfälzerwaldvereinshütte ist die ideale Einkehrmöglichkeit. Um sie herum wirds etwas voll, nach ihr ist man auch am Wochenende mit sich und dem Wald allein. Wer mag, kann ebenso gut nach der Tour im Lokal des Campingplatzes einkehren. Absolute Wanderempfehlung.

Bleibt wandern!

Patrick Scheller

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Schöne Szene am Seerosenweiher.

 

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ÜBERSICHT

Ort: 66994 Dahn

Parkplatz: Wanderparkplatz Moosbachtal – aus Hinterweidenthal kommend, vor Dahn rechts ab (ausgeschildert: Campingplatz/Dahner Hütte)

Länge: 15,9 Kilometer

An- und Abstieg: 350 Höhenmeter

Karte: Westlicher Wasgau mit Dahn (Blatt 7 Landesvermessungsamt – 1:25000)

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6 Gedanken zu “Hohle Felsen- & Burg Neudahn-Tour

    • Patrick Scheller schreibt:

      Hallo Andrea,

      danke dir! Ich weis ja, dass du mittlerweile auch infiziert bist. Deshalb weise ich schonmal vorbeugend darauf hin, dass recht nahe zur Strecke noch vier Rittersteine stehen, die mit wenig Aufwand gesammelt werden können. Bevor ich einen Einlauf bekomme, weil ich nichts erwähnt habe… 😉
      Gehst du an der Bahntrasse nach links über den roten Balken, kommst du zu zweien. Auf der Zufahrt zum Parkplatz biegt ein unmarkierter Forstweg ab, der zum Rettungsanfahrtpunkt 6812-387 mit nahestehendem Ritterstein führt und östlich der Moosbachquelle nahe Rettungsanfahrtpunkt 6812-412 steht der vierte. Weißt du bescheid. 😉

      Liebe Grüße Pat

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  1. fernsichtblog schreibt:

    Hallo Patrick,
    eine wirklich schöne Tour, die Du hier mit uns teilst.
    Der Weg in die Südpfalz lohnt sich aber auch immer wieder!
    Erst kürzlich waren wir wieder auf dem Pfälzer Weinsteig unterwegs, diesmal von Annweiler bis Klingenmünster. Auch hier sind wir in den Genuss gigantischer Sandsteinfelsen und mehrerer Burgruinen gekommen. Definitiv empfehlenswert und erneuter Beweis für die Schönheit des Pfälzer Waldes! 🙂
    LG Miriam

    Gefällt 1 Person

    • Patrick Scheller schreibt:

      Hallo Miriam,

      vielen Dank. Die Fernwanderwege stehen noch immer auf meiner ToDo-Liste, obwohl ich sie mit manchen Touren immer wieder kreuze oder manche Teiletappen wandere. Aber mal Urlaub nehmen und die gesamte Strecke in einem Rutsch abwandern, dass wärs! Schiebe ich schon lange vor mir her: scheint meine intime „Achillisferse“ zu sein… 😀

      LG Pat

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