Spirkelbacher Höllenberg-Tour

Logo Spirkelbacher Höllenberg-Tour.jpgEin felsendurchwirkter Kammpfad, der Kleine und Große Ferkelstein, Klingelkopf, Höllenfels und Traumaussichten verbinden sich mit dem Luger Fritz, einem 67m hohen Sandsteingigant, auf 8,8km Streckenlänge zu einem Hauensteiner Premiumwandererlebnis. Vom Deutschen Wanderinstitut geadelt gilt es 380 Höhenmeter zu bewältigen, bei über 50% Pfadanteil. 67 verliehene Erlebnispunkte versprechen eine Halbtagestour der Extraklasse.

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Am Kleinen Ferkelstein.

Das Auto ist auf dem Friedhof vor Spirkelbach geparkt, einem über 700 Jahre alten Dorf, das in der Südwestpfalz und nahe Annweiler liegt und zur Verbandsgemeinde Hauenstein gehört. Die Beschilderung ist makellos und meine Markierung zügig gefunden: ein stilisierter Teufel auf rotem Grund. Ich folge dem Zeichen in den Wald hinein und beginne den Anstieg zum ersten Wegpunkt, dem Kleinen Ferkelstein. Anfänglich breiter Forstweg führt mich nochmal kurz am äußersten Ausläufer Spirkelbachs vorbei, bevor ein schmaler Pfad die Führung übernimmt und mit moderater Steigung bergauf geht.

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Auf dem Großen Ferkelstein.

Am Kleinen Ferkelstein stehen Holzbank und Tisch im Schutz eines Baumes zur Rast bereit. Das Felsmassiv ist eher von der kleineren Sorte, aber mit dem Durchbruch und seinem bizarren Aussehen schön anzuschauen. Ich setze meinen Weg zum großen Bruder fort, der in wenigen Minuten erreicht ist und als Aussichtsfelsen dient. Von nun an geht es vorläufig nur noch bergauf und als ich das Plateau des Großen Ferkelstein erreiche, begreife ich erst gar nicht, worauf ich mich befinde. Erst als ich von der vorderen Abbruchkante über die Gipfel des Wasgau staune, realisiere ich das Massiv unter mir, das nur über einen knackigen und steilen Abstieg in voller Pracht begutachtet werden kann.

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Tolle Lichstimmung auf dem Höllenberg.

Ich verlasse den Aussichtsfelsen um dem höchsten Punkt dieser Wanderung entgegen zu eifern. Ein fordernder Aufstieg lässt mich zügig an Höhe gewinnen und auch mal absetzen, sodass ich dieses wundervolle Stück Wald um mich herum genießen kann. Allerlei Pilze verschiedenster Farben und Größe bevölkern das Totholz auf dem Waldboden, während die Sonne durch das goldgelbe Blätterdach bricht und mit den Schatten der Baumstämme fächerförmige Muster auf den Weg zeichnet. Unzählige kleine und größere Sandsteinfindlinge sind mit einem dunkelgrünen und samtweichen Moosteppich belegt und verteilen sich mit unheimlich schöner Unordnung über den gesamten Streckenabschnitt. Ein Erlebnis!

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Auf dem Weg zum Klingelkopf.

Ich erreiche den 455m hohen Klingelkopf, der zwar keine Aussicht zu bieten hat, aber mit seinen verstreuten Felsen eine ordentliche Portion Mystik versprüht. Mein Magen meldet Rastansprüche an, die ich ein paar Minuten später gewähre. Eine Drachenfliegerschneise mit Traumblick auf Spirkelbach und die umliegenden Gipfel zwingt sich förmlich auf. Ich komme auf einer der Holzbänke zur Ruhe und genieße bei einer herzhaften Brotzeit den Ausblick. Nach der Rast erwandere ich den mit 450m nur geringfügig kleineren Höllenberggipfel samt Schutzhütte und steige in steilen Kehren zum Luger Fritz ab. 

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Am Klingelkopf.

Ein weiterer Rastplatz mit Holzbank und einem schönen Ausblick kommt mir noch entgegen, bevor ich das unbestrittene Highlight dieser Premiumtour bestaunen darf. Vor mir erhebt sich mit 67m Maximalhöhe eine der beeindruckendsten Felsformationen der Südwestpfalz. Die Südwand zählt zu den höchsten überhaupt! Benannt nach seinen Landauer Erstbesteigern von 1909, Friedrich Schenk und Fritz Hörner, ist der Luger Friedrich (auch Luger Fritz genannt) noch heute Magnet für Kletterbegeisterte. 

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Auf dem Weg zum Luger Fritz.

Mit 26 möglichen Routen, davon 10 mit Schwierigkeitsgrad VII und VIII ein wahres Kletterparadies. Ich stehe recht sicher auf der gegenüberliegenden Aussichtskanzel und staune auf die West- und Südseite des Sandsteingiganten. Ein Schild weist auf die angrenzende Geiersteine-Tour hin, ebenfalls ein Premiumwanderweg mit 5km Länge, den ich aber links liegen lasse und meiner Markierung nun über breiten Forstweg stetig bergab folge. 

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Am Luger Fritz.

Mit dem Höllenfels, einer mittelgroßen Felsformation samt Bank und Traumaussicht, liegt ein letztes Aha-Erlebnis auf dem Rückweg nach Spirkelbach. Im Wissen um das nahende Ende meiner Tour, gönne ich mir hier noch ein paar Minuten Auszeit und Ruhe, um über die Kegelberge des Wasgau zu blicken und vom bisher erlebten zu schwärmen. Mit unaufgeregtem Gefälle geht es dennoch zügig zurück und über eine Wiese erreiche ich nach 4,5 Stunden (mit sehr langen Pausen) den Parkplatz. 

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Am Höllenfels.

Fazit: Eine Premiumwanderung für den Nachmittag, die mit 67 Erlebnispunkten nicht nur viel verspricht, sondern auch hält! Harte Steigungen werden mit tollen Ausblicken belohnt, der steinige Kammpfad und das Naturschauspiel Luger Fritz sind die Aushängeschilder dieses Wandererlebnisses. Für Proviant muss gesorgt sein, eine Karte ist aufgrund der lückenlosen Beschilderung überflüssig. Einkehren kann man im Ort. Absolute Wanderempfehlung.

Bleibt Wandern!

Patrick Scheller

2 Gedanken zu “Spirkelbacher Höllenberg-Tour

  1. gsharald schreibt:

    Hallo Patrick,

    wieder eine tolle Tour. Ich muss die auch in meinen Vormerker schreiben. Wir überlegen immer wieder wo wir laufen könnten und haben auch schon mehrere Wanderungen wiederholt. Bist Du eigentlich nur in der Pfalz unterwegs oder hast Du auch schon mal die Seiten gewechselt?

    Wo wohnst Du eigentlich?

    Liebe Grüße
    Harald

    Gefällt 1 Person

    • Patrick Scheller schreibt:

      Hallo Harald.

      Danke für dein Feedback! Bin tatsächlich nur im Pfälzerwald unterwegs und in den grenznahen Nordvogesen. In den Odenwald gehen ist sowas wie Landesverrat für mich. 😉 Spaß beiseite: ich habe nach zwei Jahrzehnten immer noch längst nicht alles gesehen und das Wanderinstitut zertifziert ja auch ständig neue Premiumwege. Also ich habe noch reichlich in der Heimat zu tun. Vor allem die Weitwanderwege stehen noch auf der To-Do-Liste.

      LG Patrick.

      PS: Wohne in Bobenheim-Roxheim. Muss man nicht kennen: liegt zwischen Worms und Frankenthal.

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