Rodalber Felsenwanderweg (Teilstück 1)

logoHeute wird ein weiteres Teilstück des Rodalber Felsenwanderweges in Angriff genommen. Während ich letztes Mal das Teilstück 2 der ingesamt über 40 Kilometer gegangen bin, geht es dieses Mal auf das Teilstück 1, das direkt daran angrenzt. Allerdings verlängere ich die offizielle Route um circa sieben Kilometer um die Felsen am Hungerpfuhl und die Karl-May-Felsen und komme so in Summe auf annähernd sechszehn Kilometer. Als Parkplatz wähle ich erneut den Bahnhof und gehe über die Brücke zum bereits bekannten Einstiegspunkt am Alten Bierkeller und laufe von dort nach links, gegen den Uhrzeigersinn.

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In den Bruderfelsen.

Meine Wandermarkierung ist wie gehabt, das grüne F auf weissem Kreis und lässt wiedermal keine Wünsche offen. Die Strecke verläuft auf nahezu einhundert Prozent Pfadanteil. Einziges Manko ist die Nähe zur Straße in der ersten Hälfte, die leider für eine gewisse Geräuschkulisse sorgt, die erst in der zweiten Hälfte der Strecke verschwindet. Mindestens genauso störend fand ich die schon auffällige Menge an sorglos weggeworfenem Müll, der wohl der Nähe zur Stadt geschuldet ist. Große Aussichten gibt es dieses mal gar keine, aber dennoch liegen einige Highlights auf der Strecke. Darunter wohl die größte Attraktion der Gesamtroute, die größte, natürliche Sandsteinhöhle der Pfalz. Die Bruderfelsen, das Wahrzeichen der Stadt Rodalben, die Seibelsbachfelsen, die Felsen am Hungerpfuhl und die Karl-May-Felsen runden das Wandervergnügen ab.

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Auf dem Weg zur Bärenhöhle.

Vom Alten Bierkeller geht es erst einmal den Bruderfelsen entgegen, die auch relativ schnell erreicht sind und in geringer Höhe über Rodalben liegen. Ihren Namen verdanken die Felsen ihrem gleichen Aussehen. Der sichtbare Teil des Massivs, dessen größter Teil von der Erde verborgen wird, ist durch Erosion zu zwei Buntsandsteinsäulen geformt worden, die sich einer wie dem anderen gleichen. Am Fuße der Säulen lädt eine Bank mit Tisch zur Rast ein, die aber noch warten muss.

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In der oberen Bärenhöhle.

Von dort geht es durch lichten Nadelbestand, recht nahe und parallel zur Straße weiter, in Richtung Bärenhöhle. Der Traumpfad wird einzig durch die Geräusche der vielen Autos gestört, die ich über mir höre, aber nicht sehen kann. Zwei verschiedene Wege führen hier nach Rom, ein Tal- und Hangpfad. Ich entscheide mich für letzteren, da dieser weiterhin auf schmalem Pfad verläuft. Nach einiger Zeit ist auch die Bärenhöhle erreicht. Eigentlich sind es zwei Höhlen, während die größere der beiden oberhalb liegt und direkt an den Wegverlauf angrenzt. Blickt man von außen hinein, erscheint sie kleiner als sie ist. Steht man erst einmal in ihrem Inneren, erkennt man erst die rießigen Ausmaße.

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Nur einer von sehr sehr vielen Felsen.

Hier entspringt die Bärenfelsquelle, die sich mittlerweile ein Bett in den Sandstein gegraben hat und als kleines Rinnsal, aber weithin hörbar, durch das Innere der oberen Höhle fließt und an der vorderen Felskante in das Wasserbecken der unteren Höhle stürzt. Ein kleines, feines Naturschauspiel das auch im Winter sehenswert bleibt, wenn bei ausreichender Kälte, der Wasserfall zu einer rießigen Eissäule gefriert.
Am Eingang zur großen Höhle stehen mehrere Bänke und Tische, die ich für die erste Rast nutze.

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Kurz vor den Karl-May-Felsen.

Mit vollem Magen und zufriedenem Gesichtsausdruck geht es dem Pfad folgend, weiter in den deutlich ruhigeren Teil der heutigen Teilstrecke. Natürlich muss sich alles was nun kommt, mit der Bärenhöhle messen lassen, die wie zu erwarten unerreicht bleiben wird. Dennoch passiere ich einige durchaus eindrucksvolle Felsformationen, die in allen Formen und Größen daher kommen. Wenige Buchen und Birken mischen sich unter die vielen Kiefern, die für einen tollen Duft sorgen. Das Gelände zwischen Bärenhöhle und den Felsen am Hungerpfuhl empfand ich als den schönsten Teil der Route.

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Unterer Teil der Karl-May-Felsen.

Der schmale Pfad folgt dem Hang zweier Berge, während das Gelände steil abfällt. Ein kleiner Bach gräbt sich durch das Unterholz und ich wandere stetig der größten aller folgenden Sandsteinformationen entgegen. Wanderer treffe ich nicht einen, dafür kommen mir eine Menge Mountainbiker entgegen. Ich erreiche die Karl-May-Felsen, die mir einen würdigen Abschluss bereiten, bevor ich den nächsten unmarkierten Forstweg zum Abstieg ins Rodalbtal nutze. Über eine ausgedehnte Wiesenlandschaft, auf der mehrere Pferde ihrem Tagesgeschäft nachgehen, gelange ich schließlich zu den Ausläufern Rodalbens. Der Hauptstraße nach links folgend, erreiche ich nach einiger Zeit schließlich wieder meinen Ausgangspunkt.

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An den Karl-May-Felsen.

Fazit: Wie Teilstrecke 2, weis auch dieses Teilstück zu begeistert. Unübertroffen bleibt die Bärenhöhle, die mit den vielen Sandsteinformationen für ein tolles Wandererlebnis sorgt. Der sehr geringe Höhenunterschied und die fast einhundert Prozent Pfadanteil schmeicheln den Füßen. Die Geräuschkulisse auf der ersten Hälfte ist der Stadtnähe geschuldet und lässt sich nicht vermeiden. Für Verpflegung sollte gesorgt werden, da es keine Rastmöglichkeiten unterwegs gibt, in Rodlaben dafür zur Genüge.

Bleibt wandern!

Patrick Scheller

2 Gedanken zu “Rodalber Felsenwanderweg (Teilstück 1)

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