Dahner Felsenpfad

logo-dahner-felsenpfadWenn man einen tollen Wanderweg sucht, nein, wenn man den! Wanderweg sucht, wird man hier auf jeden Fall fündig. Diese Premiumwanderung lässt keine Wünsche offen. Eine Rundtour die eigentlich mit keiner anderen vergleichbar ist. Wie der Name bereits verrät, verläuft die Strecke rund um die südpfälzer Stadt Dahn und kombiniert auf 12,5 km Streckenlänge mehrere Aussichtspunkte mit einer atmosphärischen Wegführung und unzähligen Felsen. Highlights dieser Rundwanderung, die mit 87 Erlebnispunkten die höchste Wertung aller Pfälzer Premiumwege hat, sind unzweifelhaft die vielen Fernblicke und die kolossalen Felsformationen. Mit Braut und Bräutigam, einem beliebten Kletterfelsen, dem Schillerfelsen mit seinem rießigen Felsenfenster oder den Lämmerfelsen, die mit dem Jungfernsprung die Wahrzeichen Dahns bilden, sind hier nur einige genannt. Stilles Highlight und eher unaufgeregt, aber dennoch nicht zu unterschätzen, ist das Naturschutzgebiet Moosbachtal mit seinem Artenreichtum.

Der Einstieg in die Tour.

Eine Hütte des Pfälzerwaldvereins, etwa auf halber Strecke, sorgt fürs leibliche Wohl. Sofern man mittwochs oder am Wochenende unterwegs ist. Die Markierung der Strecke ist lückenlos und macht es einem unmöglich, vom Weg abzukommen. Die Wegführung ist wirklich toll. So wird man fast ausschließlich auf weichen Pfaden, ganz nah an den unzähligen Felsen vorbei geführt. Eine Wanderung, die einen in die Kindheit zurück versetzt, als man den Wald nach als Abenteuerspielplatz sah, streunend querfeldein ging und Forscher und Entdecker zugleich war. Wandern ist hier eigentlich nicht das richtige Wort, ich würde es vielmehr als Wellness in Schuhen bezeichnen.

„Die Erosion ist eine Künstlerin, das Dahner Felsenland ihr Meisterwerk.“

Der erste Aussichtspunkt.

Ich bin die Tour schon mehrmals gewandert. Die Bilder in diesem Blog stammen von einem Tag im Sommer 2015. Als Start- und Endpunkt diente mir wie immer der Parkplatz am Felsengraf, einem Hotelrestaurant etwas oberhalb Dahns und in unmittelbarer Nähe zur Felsformation Braut und Bräutigam. Der Anfang beginnt rechts vom eben erwähnten Felsengraf und führt einige Meter gerade aus, zur ersten Kreuzung. Wie bereits erwähnt, lässt die perfekte Markierung keine Zweifel aufkommen und so folge ich dem gelben Viereck mit dem stilisierten Felsen rechts in den Wald hinein. Ich wandere gegen den Uhrzeigersinn. Und schon beginnt ein weicher, schmaler Pfad sich an den ersten, größeren Felsen vorbei zu schlängeln und bringt mich mit angenehmer Steigung zum ersten Aussichtspunkt. Dort angekommen mache ich unter mir die Becken des Felsenlandbades aus, gegenüber ragen die hohen Türme der Lämmerfelsen aus dem satten Grün. Ich bereue jetzt bereits keine Sonnenmilch im Sack zu haben, denn obwohl es noch Morgen ist, ist die Sonne bereits in Feierlaune.

Am Schwalbenfelsen.

Die Aussicht vom Pfaffenfels genossen, wandere ich nun wieder bergab. Der verwurzelte Pfad führt mich in recht steilen Kehren zu einem Sportplatz, der meinen Weg für wenige Meter unterbricht und der mich vermuten lässt, weshalb diese Premiumwanderung (nur) 87 Punkte bekam. Das will nicht recht ins Bild passen, stört mich aber nicht weiter. Unterhalb des Schillerfelsen, den ich nach wenigen Minuten erreicht habe, erinnert eine in den Stein gelassene Plakette an den Besuch des Dichterfürsten. Die Masse des Buntsandsteins ist leider größtenteils von dichten Blattwerk verdeckt. Das gigantische Felsenfenster kann man aber erkennen und mein nächster Aussichtspunkt gewährt mir den direkten Blick darauf. Der Schillerfelsen markiet gleichzeitig den Beginn des zweiten Aufstiegs, der über hölzerne Treppen an dunkel marmorierten Felswänden vorbei führt und mich wieder auf eine angemessene Höhe bringt. Ich passiere einen Felskamin und gelange erneut auf den Pfad, der um den Berg herum, zum Schwalbenfelsen führt, dem nächsten Aussichtspunkt.

Ausblick vom Schwalbenfelsen. (Schillerfels links unten und Jungfernsprung rechts.)

Die Aussicht vom Schwalbenfelsen ist wirklich toll. Blickt man links hinab, schaut man auf den Schillerfelsen und den ihm gegenüberliegenden Jungfernsprung. Blickt man geradeaus, erkennt man die Umrisse der Burgen Altdahn, Grafendahn und Tanstein. Nach rechts geblickt, schaut man auf die vorletzte Station dieser Wanderung, die Lämmerfelsen. Ich nutze die Ruhe hier oben und das tolle Wetter, um die Aussicht noch ein wenig zu genießen. Der weitere Weg verläuft ebenfalls über einen schmalen Pfad der mit Seilen gesichert ist. Der Hang fällt hier steil ab. Ich gelange an eine große Felswand, die über und über mit gelb leuchtenden Flechten bedeckt ist und finde mich nach ihr in der Felsenarena wieder. Einem großen Halbkreis, der von mehreren, hohen Felsformationen gebildet wird und mächtig Eindruck schindet. Die Wände erreichen gute zehn Meter Höhe und weißen die unterschiedlichsten Verwitterungsformen auf.

Am Eingang zur Felsenarena.

Die Felsenarena verlassend, geht es ein winziges Stück bergauf, wo ein breiter Forstweg die Runde fortsetzt. Vom nächstgelegenen Aussichtspunkt, dem Elwetritschfelsen, hat man einen herrlichen Blick über die Ausläufer des Waldes. Nach dem Abstieg gelangt man nach kurzer Zeit zur Dahner Hütte, die ehrenamtlich vom Pfälzerwaldverein geführt wird und am Wochenende recht überfüllt ist. Auch die zahlreichen Bierzeltgarnituren, die außerhalb stehen, reichen dann kaum für die Menschenmassen aus. Das liegt zum Einen daran, dass die Hütte recht gut mit dem Auto erreichbar ist, zum Anderen führen viele Wanderrouten in Dahn, an ihr vorbei. Der Zugang zur Hütte ist besonders schön gestaltet worden. Mehrere Tafeln informieren mit reichlich Bildern über den Pflanzen- und Tierreichtum des angrenzenden Moosbachtals.

Traumblick vom Elwetritschfelsen.

Im Moosbachtal angekommen, erkenne ich den wunderbaren Kontrast gegenüber den schroffen Felsenpfaden bisher. Der breite Weg führt durch diese tolle Tallandschaft, die ihren Namen der Moosbachquelle verdankt. Für Highend-Wanderer, die ohne Klettersteige, Burgruinen und Ähnliches nicht auskommen, sicherlich nicht allzu aufregend, ist dieses Naturschutzgebiet doch mein heimlicher Favorit auf dieser Wanderung. Naturfreunde kommen hier ganz bestimmt auf ihre Kosten und mit der notwendigen Zeit und Geduld erspäht man vielleicht die Besonderheiten dieses einmaligen Biotops. So kann man hier mit etwas Glück, die blaugrüne Mosaikjungfer bewundern, eine von stolzen 37 Libellenarten, die dort leben. Auch Ringelnattern, Bergmolche, Grasfrösche und Neuntöter sind hier keine Seltenheit. Um den Hirschkäfer oder einen Grashüpfer zu sehen, muss man allerdings schon lange suchen und auch an der richtigen Stelle. Während pflanzliche Raritäten, wie das knöterichblättrige Laichkraut, die Sumpfdotterblume, Sumpfschwertlilien und der Rippenfarn den Boden bedecken, wachsen eine Etage höher die seltenen Schwarzerlen, die sich ihren Platz zwischen den Buchen und Fichten zurück erkämpft haben. Unzählige Ameisenhügel runden das Naturschauspiel ab. Ein großes Erlebnis.

Der Blick zurück zum Elwetritschfelsen.

Bevor die Enttäuschung allzu groß wird sei vielleicht gesagt, dass ich grundsätzlich den ganzen Tag im Wald verbringe, wenn ich denn unterwegs bin und mich auch gerne treiben lasse und eine Menge Zeit investieren kann, die andere vielleicht nicht haben. Das heißt, man sollte nicht erwarten, dass sich ein Geschwader Libellen auf dem Arm hernieder lässt. Wir sind im Wald und nicht auf Pandora. Also wer hier was sehen und erleben will, sollte möglichst Zeit und Geduld mitbringen und sich auch nicht davor scheuen, mal schmutzige Knie zu bekommen, den Weg auch mal verlassen und sich auf die Suche begeben. Im Naturschutzgebiet natürlich nur begrenzt, da man sich hier möglichst so verhalten sollte, dass die Umwelt nichts von der eigenen Anwesenheit wahrnimmt. Hier spielt der Mensch eine untergeordnete Rolle.

Im Moosbachtal.

Das Moosbachtal verlassend, erkenne ich die Schleife die ich eben gedreht habe, als ich wieder am Fuße des Elwetritschfelsens stehe. Nun geht es rechts den Berg hinauf, wo mich eine Armee von Steinmännli in Empfang nimmt, die ich mindestens auf Hundert schätze. Dicke wie dünne, kleine wie große. Und ich würde zu gerne wissen, wer die hier wohl aufgestellt haben mag. Jedenfalls ein toller Anblick. Nach einiger Zeit gelange ich zu einem Brunnen, der mit kühlem Trinkwasser begeistert. Eine Bank samt Tisch aus massivem Holz, lädt zur zweiten Rast. Für Wanderer die noch einen drauf setzen wollen, kann man an dieser Stelle die Schleife zur Ruine Neudahn einbauen. Mir reichen die 12,5 km allemal und so setze ich meinen Weg in Richtung Roßkegelfels fort. Der Forstweg wird wenig später wieder durch einen weichen Pfad ersetzt und führt erneut an markanten Felsformationen vorbei. Allesamt beeindruckend, doch der Büttelfels ist schon besonders. Eine Stahlleiter führt in das Felsauge und gibt den Blick auf das nächste und vorletzte Ziel frei: die Lämmerfelsen.

Blick zum Felsauge des Büttelfels.

Der Blick vom Büttelfels, lässt die Lämmerfelsen zwar weit weg erscheinen, die Strecke dorthin ist allerdings recht schnell bewältigt. Einen letzten, kleinen Anstieg braucht es noch dorthin, stellt mich aber vor keine Schwierigkeiten. Unterhalb der Lämmerfelsen suche ich nach einem Zugang nach oben, finde jedoch keinen und begnüge mich mit dem Blick von weiter unten. Die Dächer Dahns unter mir künden das baldige Ende dieser Wanderung an, dass sich jedoch etwas zieht, muss man doch ans andere Ende der Stadt. Der Weg führt mich direkt zur Jugendherberge, die vom Wachtfelsen flankiert wird, der die letzte Aussicht dieser Wanderung zu bieten hat. Wirklich Neues sieht man von seiner Spitze jedoch nicht. Die letzten fünf Minuten führen von der Herberge zurück an meinen Ausgangspunkt, der Felsformation Braut und Bräutigam. Wer einen gelungenen und wandergerechten Abschluss sucht, sollte mit dem Auto in die Innenstadt fahren und eine der vielen Kneipen oder Biergärten frequentieren.

Blick zu den Lämmerfelsen.

Fazit: Eine wunderschöne Premiumwanderung, die ich jedem aufs Wärmste empfehlen kann. Die Bezeichnung Felsenpfad hält was sie verspricht und man hat alle Mühe, nicht den Überblick über die zahlreichen Buntsandsteinformationen zu verlieren. Die Gefahr der Reizüberflutung besteht. Die Wegführung ist abwechslungsreich und die Höhenunterschiede ausgewogen. Das Moosbachtal bildet einen herrlichen Kontrast zu den Felsenpfaden und die Dahner Hütte ist ideal zur Vesper auf halber Strecke. Proviant sollte ebenso mitgeführt werden, wie eine gehörige Portion Zeit, denn die Wanderung verlangt es, ausgiebig genossen werden.

Bleibt wandern!

Patrick Scheller

 

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ÜBERSICHT

Ort: 66994 Dahn

Parkplatz: am Felsengraf, ggü. Braut u. Bräutigam (ausgeschildert)

Länge: 12,5 Kilometer

An- und Abstieg: 340 Höhenmeter

Karte: Westlicher Wasgau mit Dahn (Blatt 7 Landesvermessungsamt – 1:25000)

6 Gedanken zu “Dahner Felsenpfad

  1. mainzelmama schreibt:

    Ach, jetzt hab ich richtig Lust auf einen schönen Ausflug bekommen. Nur leider sind deine Wanderwege von Mainz aus meistens doch mit etwas Anreisezeit verbunden. Da muss ich mir mal einen komplett familienfreien Tag ergattern, hm? Auf jeden Fall werd ich öfter mal auf deinem Blog vorbeilesen! Mach weiter so und zeig uns die schönen Routen!
    Liebe Grüße von der Mainzelmama
    Yasmin

    Gefällt 1 Person

    • Patrick Scheller schreibt:

      Hallo Yasmin

      Erstmal lieben Dank für die tollen Worte und danke fürs folgen. Du hast völlig recht, ist nicht gerade ein Katzensprung von Mainz. Da würde ich eher ein Wochenende draus machen, mit deiner Familie, falls die Kids nicht zu klein sind. Die kriegst du bestimmt mit einem Kompromiss ins Boot: ein Tag wandern und ein Tag Felsenlandbad. 😉
      Obwohl das Dahner Felsenland Stoff für mehrere Wochen bietet und mit monumentalem Abstand die meisten Strecken konzipiert hat: 12 Premiumwege und 34 Lokalwanderwege mit eigener Markierung!
      Viel Spaß beim Entdecken und liebe Grüße nach Mainz.

      Pat

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