Rothenberg-Weg

DSC_0087 - Kopie.JPGHeute verschlägt es mich wieder ins bereits bestens bekannte Lemberg, nahe Pirmasens. Die heutige Premiumtour ist die letzte der beiden Lemberger Premiumwanderungen, die auf meiner To-Go-Liste noch nicht abgehakt ist. Die Zutaten dieser Tour klingen wiedermal vielversprechend. Der Rothenbergfels, ein Aussichtspunkt, der Wechsel zwischen schmalem Waldpfad und Wiesenlandschaft, ein Naturschutzgebiet und eine Hütte des Pfälzerwaldvereins versprechen auf knapp zehn Kilometern Streckenlänge eine Menge Abwechslung und Höhepunkte. Das generell eher ruhige Wandergebiet um Lemberg kommt herrlich unaufgeregt daher und verspricht Idylle und Ruhe, besonders unter der Woche.

Der Einstieg in die Rundtour.

Das Wetter könnte auch kaum besser sein und so parke ich das Auto am Sportplatz Lembergs und folge von diesem aus, meiner heutigen Wandermarkierung (einem weißen Geist auf rotem Hintergrund) in den lichten Wald. Und gleich zu Beginn komme ich ein wenig ins schwärmen, laufe ich doch auf weichem Pfad in nur wenigen Minuten zum Fuße des Rothenbergfelsens, der mich mit seiner Länge und Größe doch positiv überrascht und mich ein wenig an einen Teilabschnitt der Altschlossfelsen erinnert, die ja auch nicht allzu weit von Lemberg entfernt, in Eppenbrunn beheimatet sind.

Ein Traumpfad folgt den Felsen.

Das Felsmassiv begeistert mit allerhand Verwitterungsformen, Rissen, Bändern, Überhängen, Höhlen und schimmert in feinstem Sandsteinrot. In kürzester Zeit ein wahres Aha-Erlebnis. Ich folge recht nah an der Felswand meinem Pfad, der bereits über und über mit Laub bedeckt ist, das wohlklingend unter meinen Füßen knistert. Kleinere und größere Sandsteinformationen durchsetzen den sanft abfallenden Hang und rießige Wurmfarne sprießen aus allen Ecken und Enden. Die Schutzhütte am Schönhälschen ist das nächste Ziel und lädt mit Bank und Tisch zur Rast ein.

Tolle Szenerie in der ersten Hälfte.

Ich beschließe allerdings weiterhin dem Weg zu folgen, der mich als nächstes zum Keimskreuz bringt, dass aus zwei großen Baumstämmen besteht und dem Förster gedenkt, der hier gegen Mitte des 19. Jahrhunderts von einem Wilderer erschossen wurde. Die bisherige Wegführung hat mich hellauf begeistert und der Herbst sorgt für die farbliche Gestaltung. Der schwache Wind trägt die vielen braunen Blätter wie in Zeitlupe von den Baumkronen zur Erde und die oben verharrenden tauchen alles oberhalb meines Kopfes in sattes grün bis zu goldgelb und dunkelrot.

Der Weg hält tolle Kontraste bereit.

Richtung Waldhaus Drei Buchen sind zwei Forstarbeiter alles an Anhaltspunkten, dass ich nur eine Stunde Gehzeit von der Zivilisation entfernt bin. Ansonsten scheint der Wald nur mir zu gehören. Der Pfad wird nun durch breiten Forstweg ersetzt, der mich bis zur Hütte führt, die wie alle anderen Hütten des Pfälzerwaldvereins immer Mittwochs und am Wochenende geöffnet hat und für kleine Münze viel Geschmack zu bieten hat. Die Sägegeräusche halten mich von meinem ürsprünglichen Vorhaben ab, hier zu rasten und so biege ich nach rechts ab und befinde mich kurz darauf auf einem schmalen Traumpfad wieder.

Meine beiden Begleiter im Rodalbtal.

Die Dominanz an Buchen beginnt zu bröckeln und es mischen sich einige Kiefern unter den Baumbestand. Die auffällig vielen Hochsitze scheinen der Beweis für reichlich Wild in der Gegend zu sein, von dem ich aber leider nichts zu sehen bekomme. Die großen Abstände zwischen den einzelnen Bäumen lassen eine Menge Sonnenlicht zu mir durchdringen und ich nutze die erste Holzbank, die mir nach der Hütte unter die Augen kommt und breite das Arsenal an Obst und Müsliriegel für mich und meine Begleiterin auf der Sitzfläche aus. Zwei Birnen und einen Apfel später laufe ich bereits meinem nächsten Ziel entgegen.

Am einzigen Aussichtspunkt.

Nach dem Abstieg ins Rodalbtal geht es über breiten Forstweg und kurzweilig Asphalt, durch herrliche Wiesenlandschaften, die einen wunderbaren Kontrast zu den bereits gesehenen und noch kommenden Felsen bilden. Einige Informationstafeln, die mich bis zum nächsten Wiedereintritt in den Wald begleiten, erläutern die Besonderheiten der Flora und Fauna, der mich umgebenden Landschaft, sowie des angrenzenden Naturschutzgebietes. Vereinzelt liegen Kornballen auf den Wiesen, die auch jetzt noch allerlei Wildblumen und Kräuter tragen und ein hervorragendes Motiv abgeben.

Traumpfad zurück zum Rothenbergfels.

Schon wenig später habe ich wieder Pfad unter meinen Füßen und nehme den moderaten Anstieg zum einzigen Aussichtspunkt dieser Tour in Angriff. An der Gottfriedsruhe nutze ich eine der beiden Sitzgelegenheiten und staune in das unendliche Grün des Pfälzerwaldes. Ein abenteuerlicher Kammpfad garniert den Abschluss dieser Wanderung mit bizarren Felsformationen und dem eingeschränkten Blick auf Lemberg. Ich umrunde ein prächtiges Felsenriff und stelle fest, dass ich mich wieder am Fuße des ganz zu Beginn erwanderten Rothenbergfelsens befinde. Die kurze Strecke zurück an den Sportplatz ist Sache weniger Minuten, die mir jedoch ausreichen, um mich davon zu überzeugen, soeben eine tolle Wanderung vollendet zu haben, die ich sicher noch einmal gehen werde.

Am Rothenbergfels.

Fazit: Der Rothenberg-Weg ist zwei Kilometer kürzer als der Graf-Heinrich-Weg und eignet sich hervorragend für eine Nachmittagswanderung. Die Wegführung ist Genuss pur, die Attraktionen sind fein dosiert und umso schöner. Die wenigen Steigungen dieser kontrastreichen Wanderung sind kaum der Rede wert. Für Proviant sollte gesorgt werden, obwohl die Hütte Drei Buchen und die Gastronomie Lembergs sich zur Einkehr anbieten. Absolute Wanderempfehlung!

Bleibt wandern!

Patrick Scheller

 

ÜBERSICHT

Ort: 66969 Lemberg

Parkplatz: am Sportplatz (ausgeschildert)

Länge: 10 Kilometer

An- und Abstieg: 250 Höhenmeter

Karte: Vom Johanniskreuz bis Pirmasens (Blatt 5 Landesvermessungsamt – 1:25000)

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