Wasgau Felsenweg

wasgaufelsenweg-01Die heutige Frühlingstour kombiniert mehrere, überragende Aussichten mit weichen Pfaden, die zum Teil an mächtigen Felsen vorbei führen, aber auch durch Wiesenlandschaften und über hoch gelegene Felder. Das Finale dieser Prädikatswanderung wird die Burgruine Lindelbrunn, oberhalb des gleichnamigen Ortes sein, die durch ihre einzigartige Lage das wohl spektakulärste 360° Panorama der Südpfalz bereit hält. Einkehrmöglichkeiten bieten die Ortschaften Oberschlettenbach, Vorderweidenthal und Lindelbrunn.

Mein Einstieg in die Tour.

Die Wanderung ist mit 21km Länge angegeben, die ich jedoch um die Schleife zur Wasgauhütte und den Haselstein einkürze und bei etwa 14km lande. Beide sind mir bereits durch den Rimbachsteig bekannt. Also beginnt mein Einstieg in die Tour oberhalb Oberschlettenbachs und führt mich in Serpentinen auf den Löffelsberg.

Wegstück zur ersten Aussicht.

Ich passiere mehrere Sandsteinfelsen auf meinem Weg und ein umgestürzter Hochsitz fügt sich fast wie eine Kunstinstallation in das Waldbild ein. Die Wegführung ist gleich zu Beginn erfreulich, bin ich doch ein Fan von schmalen und weichen Pfaden. Ich folge der Markierung, einem roten FW auf weissem Hintergrund, mit der auch hier, ausgezeichnet gearbeitet wurde. Eine Karte ist im Grunde überflüssig. Es begegnen mir wiedermal unzählige Steinmännli, die der Wegführung folgen. Aber nicht die für gewöhnlich kleine Variante, sondern ungefähr ein Meter hohe! Ein toller Anblick.

Erste grandiose Aussicht, mit Blick auf Lindelbrunn.

Nach einigen Minuten heftigen Anstiegs, erreiche ich die erste Aussicht dieser Tour, die auch gleich ein Paukenschlag ist. Zwei Holzbänke mit Tisch laden zur Rast ein, mehrere Steinmännli umrahmen den tollen Ausblick. Ich erkenne die Ruine Lindelbrunn mir gegenüber, aber in einiger Entfernung und lasse meinen Blick weiter über die Ausläufer des Waldes schweifen. Es sei vielleicht gesagt, dass ich die Rundwanderung entgegen den Uhrzeigersinn laufe. Mit dem Uhrzeigersinn geht natürlich auch, aber Lindelbrunn als Abschluss, bzw. finale Aussicht ist für mich unübertroffen. Ich setze meinen Weg fort und gelange über einen Kamm zum anderen Ende des Löffelsberg und somit zur zweiten, grandiosen Aussicht dieser Wanderung und das innerhalb kürzester Zeit.

Steinmännli weisen den Weg.

Ich blicke soweit mein Auge reicht. Rechts von mir erhebt sich ein gewaltiges Felsenriff aus den Baumkronen, während ich links die Umrisse der Ruine Drachenfels ausmache, sowie die Dächer Busenbergs unterhalb der Burg. Lange bin ich noch nicht unterwegs, aber ich tue mir schwer diese Aussicht nicht ausgiebig zu genießen. Also nehme ich die Sitzgelegenheit hier oben dankbar an und strecke mein Gesicht der Sonne entgegen. Nach einiger Zeit breche ich erneut auf und nehme jetzt einen breiten Forstweg, der mich wieder stetig bergab um den Löffelsberg führt und mich an den Punkt zurück führt, an dem ich die Serpentinen nach oben genommen hatte. Jetzt geht es rechts weiter hinab, durch ein kleines, dichtes Stück atmosphärischen Waldes.

Zweite Aussicht auf dem Löffelsberg.

Ich trete aus dem Hain und gelange auf eine herrliche Wiese, über die ich zum nächsten Highlight gelange, dem Puhlstein. Der folgende Aufstieg führt mich links den Hang hinauf und verlangt mir einiges ab, da recht steil. Der Boden ist über und über mit Klee bedeckt, den ich zu gerne mit guter Butter und einer Scheibe Brot veredelt hätte. Durch das noch spärlich ausgebildete Laub, erkenne ich bereits über mir, die mächtigen Felsen des Puhlstein, die sich schätzungsweise 20 Meter in den Himmel strecken. Der Weg führt mich hart an den Wänden entlang und bringt mich wenige Minuten später zur dritten, spektakulären Aussicht dieser Tour.

Auf dem Weg zum Puhlsteinpfeiler.

Ich erreiche die exponierte Felsplatte des Puhlsteinpfeilers und befinde mich in luftiger Höhe. Der grüne Zaun gibt mir das notwendige Gefühl von Sicherheit und ich blicke auf ihn gelehnt, in die unendlichen Weiten des Pfälzerwaldes. Das Sahnehäubchen sind nun die Nahblicke zur Ruine Drachenfels und zur Burg Berwartstein, oberhalb Erlenbachs. Die Sonne ergänzt die ohnehin schon tolle Aussicht und ich lasse mich auf einem kleinen Sandsteinbrocken nieder, um die erste, richtige Rast in Angriff zu nehmen.

Tolles Wegstück.

Mit vollem Magen und deutlich später, löse ich mich von diesem tollen Aussichtsfelsen und wandere nun stetig bergab ins Tal. Ich gelange zwischen den Bäumen heraus auf eine Wiese, über die ein schmaler Pfad entlang des Waldrandes nach Vorderweidenthal führt. In der Ortsmitte angekommen biege ich nach links und wandere über unschönen Asphalt und unschönere Treppen hinauf zu den Äckern und Wiesen, zwischen denen der weitere Weg verläuft. Mit moderater Steigung geht es stetig Burg Lindelbrunn entgegen.

Aussicht vom Puhlsteinpfeiler.

Unterhalb der Ruine angekommen, die auf einem Bergkegel thront, steht man vor der Wahl, erst die Ruine zu besichtigen oder die Gaststätte zu frequentieren. Ich würde ersteres empfehlen, denn mit einem pfälzer Teller intus, wird man es sehr schwer haben, den äußerst steilen Weg zur Burg zu meistern. Die Anstrengung lohnt sich aber, denn oben angekommen gibt es nichts, dass die Sicht auf die umliegende Landschaft verdecken könnte. Ein 360° Panorama, das unter anderem den Fernblick zur Annweiler Burgengruppe gewährt. Auch die Reste der einstigen Reichsburg sind ansehnlich erhalten und wissen zu begeistern. Besonders schön ist der Blick aus dem Felsenfenster der Burg.

Blick zur Burg Lindelbrunn.

Der Abstieg fällt mir deutlich leichter und im Wissen, dass es von hier nicht mehr weit zurück nach Oberschlettenbach ist, nehme ich in der Gaststätte unterhalb der Burg Platz und genieße die bereits untergehende Sonne bei einem Radler und pfälzer Bratwürsten. Mein Mahl verzehrt, wandere ich erst durch eine wunderschöne Wiesenlandschaft und später durch Buchenmischwald zurück ans Auto und freue mich über einen gelungenen und erlebnisreichen Tag im Wald.

Blick aus der Felskammer Lindelbrunns.

Fazit: Eine anspruchsvolle Rundwanderung , die bei Bedarf auch gekürzt werden kann und von Allem etwas bereit hält, was der Pfälzerwald zu bieten hat. Die Aussichten sind spektakulär, die Markierung lückenlos. Kondition sollte man ebenso mitbringen wie Verpflegung. Möglichkeiten zur Einkehr gibt es in Oberschlettenbach, Vorderweidenthal und Lindelbrunn. Die Tour empfehle ich gegen den Uhrzeigersinn zu gehen.

Bleibt wanden!

Patrick Scheller

 

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ÜBERSICHT

Ort: 76889 Oberschlettenbach

Parkplatz: Wanderparkplatz im Ort

Länge: 21 Kilometer (=offizielle Strecke)/ 14 Kilometer (=direkt über den Löffelsberg)

An- und Abstieg: 625 Höhenmeter

Karte: Östlicher Wasgau mit Bad Bergzabern (Blatt 8 Landesvermessungsamt – 1:25000)

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