Dimbacher Buntsandstein-Höhenweg

Logo Dimbacher Buntsandstein Höhenweg.jpgWie der Titel bereits verrät, geht es heute nach Dimbach. Die Gemeinde gibt es bereits seit 1274. Sie liegt in der Südwestpfalz und gehört der Verbandsgemeinde Hauenstein an. Meine heutige Wanderung führt mich auf 9,8km Streckenlänge über mehrere Berge und durch atmosphärische Wälder, bei nahezu einhundert Prozent naturbelassenen, schmalen Pfaden. Am Ende dieser grandiosen Tour, werde ich 550 Höhenmeter bewältigt haben. Dieser Premiumweg ist vom Deutschen Wanderinstitut noch bis 2018 als solcher zertifiziert und bekam 80 Erlebnispunkte verliehen: zweithöchste Wertung aller Pfälzer Premiumwanderwege. Zu Recht, denn hier gibt es wirklich eine Menge zu sehen.

Am Falkenstein.

Der Wanderparkplatz vor Dimbach dient mir als Startpunkt. Die ersten Schritte führen mich in recht steilen Kehren nach oben. Am Falkenstein angekommen, erblicke ich die Silhouette des Felsen, der meine Wegmarkierung ziert. Ich befinde mich in Kiefernwald mit hohem Kastanienanteil. Meinem nächsten Ziel entgegen wandernd, passiere ich eine Menge Sandsteinfindlinge, die den Rand dieses weichen Pfades begrenzen. Ich bin mir nach zehn Minuten bereits sicher, dass ich reines Wandervergnügen vor mir habe.

Auf dem Weg zum Dimberggipfel.

Ich wandere im Uhrzeigersinn und so ist der Dimberg mein erster von insgesamt drei Bergen heute. Unterwegs markieren eine Armee von Steinmännli die Richtung und schon wenig später stehe ich unterhalb des Dimbergfelsen. Ein schmaler Pfad führt von hier durch dichten Urwuchs auf den Pfeiler, der trotz seiner geringen 418 Höhenmeter eine spektakuläre Aussicht frei gibt. Die Steilwand soll bei Kletterern beliebt sein, allerdings kann ich an diesem Tag keine ausmachen.

Auf dem Dimberg.

Ich suche mir ein sonniges Plätzchen auf dem Gipfel und staune in die Ferne. Die Ausläufer des Waldes kündigen bereits den nahenden Herbst an, was die Sonne heute wenig beeindruckt. Die lacht mir ins Gesicht und auch dem Schmetterling neben mir, scheint das Wetter zu gefallen. Ich bin gerade mal eine halbe bis dreiviertel Stunde unterwegs, habe also wenig Grund für eine Rast, dennoch muss ich dieses Highlight genießen. Also mache ich erst einmal keine Anstalten meinen Weg fort zu setzen und übe mich im Schwärmen.

Am Dimbergmassiv.

Ich habe genug geschwelgt und laufe das kleine Stück zum Weg zurück, sodass ich mich wieder unterhalb des Dimbergfelsen befinde und folge dem perfekt markierten Pfad dem nächsten Berg entgegen. Die eigentlichen Highlights vieler Wanderrouten sind ja klassisch Burgen oder Aussichtspunkte. Hier muss ich gestehen, fällt es mir schwer nicht ausschließlich in Superlativen zu sprechen. Die Wegführung ist absolut genial. Ich wandere bis jetzt ausschließlich auf weichen Waldpfaden, die mich nun durch dichten Mischwald führen. Ich gelange an unzähligen Felswänden vorbei, die sich links von mir erheben, während rechts der Berg steil abfällt. Der Pfad führt mich stetig bergab und ich ahne schlimmes, weiß ich doch, dass es logischerweise wieder bergauf gehen muss. Und schon lasse ich den Dimberg hinter mir und wandere, kaum das ich es gedacht habe, auch schon wieder bergauf. Anfangs eher moderat, während es nun links hinab geht und rechts die Farne sprießen.

Pfad zum Rötzenberg.

Wenig später geht es etwa zehn Minuten mit ordentlicher Steigung bergauf, auf den Rücken des Rötzenberg. Der Waldboden ist mit Heidelbeersträuchern bedeckt und durch die wenigen Kiefern fällt genug Licht, dass ich bereits erahne, welchen Ausblick der Rötzenfels für mich bereit hält. Ich habe Glück, denn manchmal ist dieser wegen Falkenbrut gesperrt. Eine stattliche Menge Wanderer und Naturfreunde sind bereits vor mir hier und haben sich die besten Plätze ergattert. Der ein oder andere Flecken ist trotzdem noch frei. Der Ort wird auch Vierburgenblick genannt. Im Norden sieht man die Ruinen Trifels, Scharfenberg und Anebos über Annweiler aufragen, im Süden mache ich die Reste Lindelbrunns aus. Der Sandstein ist bereits erhitzt und verströmt eine angenehme Wärme. Hier zieht es ganz schön! Ich schaue die 55 Meter hohe Felswand hinab und sehe tatsächlich Kletterer. Ich breite den Inhalt meines Rucksackes vor mir aus und lege die erste, echte Rast ein.

Am Rötzenfels.

Ich glaube ich habe eine Stunde gebraucht, um mich vom Rötzenfels zu lösen. Schließlich wandere ich doch den Rötzenberg hinab. Der letzte Anstieg meiner Tour bringt mich auf den Immersberg, von dem ich nochmal sehen kann, auf welchem Koloss ich mich eben noch befand. Der Blick auf den Rötzenfels ist wirklich einmalig. Nun geht es an bizarren Felsformationen vorbei, zum Häuselstein. Die Teilstrecke kommt mir bekannt vor und durch die nächste Markierung wird mir auch klar weshalb. Hier liegen der Dimbacher Buntsandstein Höhenweg und Rimbachsteig exakt übereinander. Und so weiß mich das Felsenfenster des Häuselstein zwar nicht zu überraschen, schön ist es hier trotzdem. Unter mir erkenne ich die Dächer Darsteins. Dem Pfad ab hier folgend, geht es nur noch bergab, bis man schließlich Dimbach erreicht.

Spektakuläre Aussicht vom Rötzenberg.

Auch wenn mir diese Premiumwanderung heute einiges abverlangt hat, bin ich doch traurig, weil ich weiß das ich bald wieder am Auto sein werde. Es ist mittlerweile recht spät geworden. Nicht weil die Strecke es fordert, sondern weil ich sie einfach genießen musste und eine Menge Zeit auf den Aussichtsfelsen verbracht habe. Die Sonne geht langsam unter und wirft ihre Strahlen fast waagrecht in den Wald. Die Stimmung ist besonders und so wie ich die letzten Meter von Dimbach zu meinem Auto wandere, weiß ich, dass ich hier nicht das letzte Mal gewesen bin.

Am Häuselstein.

Fazit: Eine außergewöhnliche Wanderung, die den Beinen einiges abverlangt, aber jede Mühe doppelt belohnt. Die Wegführung ist einfach grandios und die Markierung perfekt. Einkehrmöglichkeiten gibts keine, also sollte der Rucksack gut gefüllt sein. Da der Rötzenfels für gewöhnlich von Februar bis Juni wegen Falkenbrut gesperrt ist, sollte man sich vorher beim Wegbetreiber erkundigen, in wie weit er noch zugänglich ist. Bisher konnte man bis zum vorderen Teil gelangen, der auch schon eine überwältigende Aussicht bereit hält. Der Wegbetreiber ist Hauenstein (Tel.: 06392/9233380 – email: tourismus@hauenstein.rlp.de) oder man informiert sich über den aktuellen Sperrstand mit folgendem Link: >Wanderfalkenschutz . Die Rundtour ist völlig zu recht als Premiumweg ausgezeichnet worden, wobei ich mehr als 74 Punkte vergeben hätte. Absolute Wanderempfehlung.

Bleibt wandern!

Patrick Scheller

 

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ÜBERSICHT

Ort: 76848 Dimbach

Parkplatz: Wanderparkplatz vor dem Ortseingang

Länge: 10 Kilometer

An- und Abstieg: 550 Höhenmeter

Karte: Östlicher Wasgau mit Bad Bergzabern (Blatt 8 Landesvermessungsamt – 1:25000)

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